Autor Thema: world goes cyberpunk  (Gelesen 2244 mal)

Eloran

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world goes cyberpunk
« am: Februar 13, 2005, 19:47 Nachmittag »
Ist schon älter, finde ich aber ziemlich interessant:

http://ida.first.fhg.de/projects/bci/bbci_official/


Und noch ein anderer, interessanter Link:

http://bleex.me.berkeley.edu/bleex.htm

Admiral

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world goes cyberpunk
« Antwort #1 am: Februar 13, 2005, 23:31 Nachmittag »
Da hast Du Dir aber wirklich zwei gute Seiten ausgesucht.
Zum 2. Link:
Berkeley ist ja nicht gerade eine unwichtige Uni. Da würde es mich interessieren wie weit die Dinger wirklich laufen. Die Exoskelette sind eine Coole Sache. Und sie haben Robotern gegenüber einen entscheidenden Vorteil: Die Sensorik die nötig ist um zu entscheiden wie man sich bewegt und wie man von A nach B kommt, erledigt der beste Prozessor der Welt. Der Mensch. Der Mensch muß nur lernen das Teil zu Steuern.
Es ist also deutlich einfacher ein Exoskelett zu bauen als einen autonomen Robotter.

Zum 1. Link:
Da hast Du wirklich was für mich gefunden! 8)
BBCI ist, soweit ich weiß die beste deutsche Gruppe in diesem Bereich. Das liegt vor allem an reichhaltigen Geldern: wenn Frauenhofer drauf steht zahlt der Staat gerne. Aber es gibt noch deutlich mehr Gruppen in Deutschland die an so etwas basteln.

Ein Freund von mir hat gerade in Lübeck seine Diplomarbeit darüber geschrieben:
1. Man nehme eine Haube mit Elektroden (EEG), die über dem motorischen Kortex für die rechte Hand liegen.
2. Man plaziere eine Stereokamera in dem Bewegungsbereich der Hand.
3. Man nehme die Signale der Kamera UND des Gehirns so ZEITGLEICH wie möglich auf.
4. Man starte die Aufnahme beider Systeme und bewege die Hand im Bereich der Kamera, die die Position der Hand im 3D-Raum aufnimmt. Alles wird gleichzeitig in ein PC reinge-pipe-t
5. Man wiederhole das Experiment mehrmals.
6. Und hier kommt der Job des Informatikers:
Man versuche aus dem Rauschen des Gehirns das (Teil)Signal rauszufinden, das immer GENAU zur Zeit der Handbewegung stattfindet, und am besten niemals sonst.
Die Anzahl der technischen Schwierigkeiten bis das klappt ist enorm. Man braucht einen speziellen hochqualitativen Verstärker. Die Ströme sind so klein, dass es richtig läuft nur in einem abgeschirmten Raum läuft, sonst gibt es zu viele elektormagnetische Störungen. Zusätzlich sind die Signale von Probant zu Probant durchaus unterschiedlich.
Trotzdem ist die Hoffnung groß, dass das ganze in wenigen Jahren Serienreif ist.

Mein Diplomvater bastelt auch in diesem Bereich. Seine Spezialität sind aber eigentlich Elektroden zum implantieren. Die Ströme die man messen will, sind um so höher je näher man an die Neurone kommt. Deswegen haben die implantierten Teile mehr Chancen ein klares Signal zu messen, als eine Haube mit Elektroden. Auf der anderen Seite ist jede Implantation auch eine Beschädigung des Gewebes.

Die meisten der Elektroden werden Versuchstieren implantiert. Es gibt aber auch einiege für Menschen. Eine amerikanische Gruppe hat letztes Jahr einem Gelehmten so ein Teil implantiert, und er soll damit dann einen Rechner bedient haben können. Das hört sich zwar so an, als würden wir morgen schon USB-Dosen hinter dem Ohr haben, aber so etwas ist noch mit vielen Komplikationen Verbunden.

Trotzdem gibt es schon ähnliche Eingriffe auch in Deutschland. Bei der Behandlung von Parkinson kann, wenn die Medikamente nicht mehr helfen, eine Stimulationselektrode tief ins Gehirn implantiert werden. Diese stört den elektrischen Regelkreis der die Krankheit auslöst, und unterdrückt so die Symptome. Die ganze Sache wird für etwa 1 Jahr dem Patienten implantiert: Eine Elektrode und ein Kabel der 'unterputz' zu einer Batterie (am Nacken oder so) führt. Ist die Batterie leer muß das Ding umgetauscht werden.
Da mischt mein DIplomvater mit seinen Elektroden und bei der Datenauswertung mit. Hier ein Link zur Projektseite:
http://www.isip.uni-luebeck.de/index.php?id=149&L=0

Vielleicht finde ich auch noch den Link zu den Leuten die diese Teile implantieren.


PS. Meine Diplomarbeit geht natürlich auch in diese Richtung. Ich hatte zuerst Weinbergschnecken geschnippelt und versucht aus ihren Gehirnen (Ganglien) was rauszumessen. Hat nicht wirklich geklappt. Nun bin ich an der Informatischen Seite dran:
Wie kriegt man aus einem Gemisch von Signalen das eine interessante raus.

Admiral

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world goes cyberpunk
« Antwort #2 am: Februar 13, 2005, 23:44 Nachmittag »
Falls es jemanden von Euch soweit interessieren sollte, dass er sich durch ein Englischen Profi-Artikel durcharbeiten will, hier ist ein von dem Typen der auch die Parkinson-Elektroden in Hamburg implantiert:

http://www.40hz.net/downloads/paper_engel05.pdf