Autor Thema: [Philosophie-Dings] Absolute Relativität  (Gelesen 5241 mal)

anakin!kkee

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[Philosophie-Dings] Absolute Relativität
« am: Dezember 07, 2006, 22:30 Nachmittag »
Hi ... schreib gerade n Buch, um mich evtl von meinem verharzten Arbeitgeber freizukaufen. Dies ist nur ein Ausschnitt. Mich würde interessieren, inwieweit ich damit durchkommen würde, falls ich es ernst mache :)


Hier meine heutigen Erkenntnisse ...

Zu Anfang eine kleine Gleichung. Gott ist absolut, denn Gott ist allwissend, allmächtig, allgegenwärtig (also ewig) und immerdar. Wenn Gott also absolut ist, dann ist das Absolute = Gott. Weil das Absolute Alles mit einschließt ist so also auch Alles = Gott. Relativ ist das Gegenteil von absolut. Relativ ist diabolisch denn es trennt, unterteilt und relativiert. Man darf nicht den Fehler machen zu meinen, dass das Absolute nur ausschließlich das Gegenteil vom Relativen sei, denn das Absolute ist alles (denn alles ist absolut/Gott). So ist das Relative also auch ein Teil des Absoluten und gleichzeitig ist dennoch das Relative das genaue Gegenteil des Absoluten.

Wenn ein moderner Wissenschaftler die Meinung vertritt "Alles ist relativ", dann widerspricht er sich gleichzeitig und er lügt. Er lügt, weil er eine Halbwahrheit verkündet. Denn alles Relative ist gleichsam vom Absoluten abhängig. Das Wort relativ bedeutet "das, was sich auf etwas anderes bezieht" - die Relation bezieht sich auf eine Referenz. Die Referenz muss indes nicht absolut sein, sondern kann wiederum relativ von einer höheren Referenz abhängen. Aber letzten Endes hängt jede relative Referenz mit dem absoluten Wert zusammen. Wenn dieser absolute Wert unbekannt oder sogar verkannt wird, dann ändert es absolut nichts an seiner absoluten Existenz.

Wenn also ein Wissenschaftler sagt, dass ALLES relativ ist, dann lügt er, weil er dabei verschweigt, dass allein alles Absolute relativ sein kann. Er lügt, weil er also sagt das Absolute sei relativ, denn richtigerweise müsste er sagen "Meine Auffassung vom Absoluten ist allein relativ". So belügt er sich also selber, weil er das Absolute nicht akzeptieren will. Denn dies ist ja übersinnlich. Zudem widerspricht er sich in seiner eigenen Formulierung, weil er gleichsam sagt, das Absolute (Alles) sei relativ. Das Absolute wird allein dann relativ, wenn der Auffassende des Absoluten es relativ und somit unzulänglich, verfälschend und teilweise wahrnehmen will. Dies tun Wissenschaftler, wenn sie das Materielle aber nicht das Spirituelle gelten lassen. Das Absolute hat nämlich einen besonderen, relativen Nachteil in den relativ wahrnehmenden Augen dieser relativierenden Wissenschaftler - Das Absolute ist den Sinnen übergeordnet, also ausschließlich übersinnlich wahrnehmbar. Und damit kann man es weder intersubjektiv induzieren (man kann es nicht personenübergreifend herleiten) und man kann es allein persönlich in sich selbst erkennen.

Wohl gemerkt, wenn es viele persönlich erkennen, dann sind sie damit ebenfalls in einer intersubjektiven Erfahrung verbunden. Bloß eben kann man keine empirisch wissenschaftliche Abhandlung zu diesem absoluten Ziel aufschreiben und anderen Menschen auf diese Weise vermitteln. Allein indirekt kann man den Menschen einen Weg aufzeigen, wie sie das Absolute erkennen und erfahren können - esoterisch, also in sich selbst (eso = innerhalb). Ein Mensch wie ich kann etwas aufschreiben, das einem die Augen für eine absolute Wahrheit öffnet. Aber den Weg der Erkenntnis vom Absoluten gehen kann nur der Begreifende für sich ganz allein. Keiner kann gezwungen werden. Es kann weder eine kirchliche Organisation dabei helfen, noch kann es ein spiritueller Lehrer wie ein Schamane. Diese Leute können allenfalls einen Weg aufzeigen und sind völlig machtlos, wenn das Ego eines Menschen die Erkenntnis vom Absoluten verweigert beziehungsweise es relativiert.

Das Absolute wird in unserer Welt des demokratischen Pluralismus gern als Einschränkung verstanden. Man denkt sofort an Diktatur, Bevormundung, Gängelung und so weiter. Ich frage wer bevormundet heute in der Vorstellung vom Absoluten? Wer sagt welcher unabdingbare Glaubens- und Leidensweg allein und absolut zum Ziel aller Religion führt? Der demokratische Pluralismus oder anders ‚der freie Wille' jeder Person ist einer der größten Schätze des freien Menschen. Jeder hat das Recht sich selbst zu verantworten. Dennoch sagt eine absolutistische Organisation (sei es in der Religion oder der Wissenschaft) was ich allein glauben soll. In der Religion sind die spirituellen Dinge eben nicht beweisbar und so muss ich blind glauben. In der Wissenschaft wiederum gilt allein als empirisch untersucht, was sich immer und immer wieder beweisen lässt. Aber in beiden Fällen wird mir eine absolutistische Herangehensweise abverlangt. Im einen Fall ist es der blinde Glaube und im anderen Fall die intersubjektive Empirie. Dies hat aber nichts mit Absolutheit zu tun. Wenn beide organisierten Einheiten einen Absolutismus predigen, dann sind sie beide absolute Herrscher auf ihrem relativ gültigen Gebiet. Da sie zwei sind, können sie nicht Absolut sein und müssen deswegen zwangsläufig dem diabolischen, trennenden, spaltenden Prinzip treu sein. Da natürlich beide Seiten von ihrer korrekten Auffassung des Absoluten überzeugt sind, nehmen sie sich nicht als relativierend (voneinander abhängend) wahr. Sie werden jedem, der etwas anderes behauptet ein holziges Kreuz an den Rücken und studiengebührenfreudiges Feuer unterm Arsch machen. Das tun sie, weil sie beide sagen sie dienen dem Absoluten. Beide Teile dienen aber nicht dem Absoluten sondern dem Relativen.

Man kann sich aus dem Lachen nicht retten, wenn man meinen Blickwinkel hat, denn Gott ist für mich absolut - alles. Er braucht keinen theologischen Platzhalter oder wissenschaftlichen Welterklärer. Wäre Gott nicht vorhanden, wäre auch niemand da, der ihn hinterfragen oder anzweifeln könnte. Aber natürlich ist das ein schwaches Argument, denn das kann ja jeder sagen - reine Spekulation. Leider ist aber die Annahme Gott sei nicht vorhanden oder nur ‚irgendwo da draußen' eine sehr viel größere Spekulation - pardon, Hypothese.

Das Absolute ist leider nicht als solches beweisbar, denn jedermann kann jederzeit eine andere Wahrheit wahrnehmen. Da Wissenschaftler allein ihrer Empirie vertrauen, können sie so auch das Übersinnliche nicht anerkennen. Und weil sie zudem in ihrer intersubjektiven, menschlich begrenzten Wahrnehmung die Welt erklären, können sie den absoluten Gott nicht sehen, denn der ist ebenfalls übersinnlich. Wenn eine religiöse Organisation sagt Gott kann man nur glauben, dann nehmen sie die relativierende Wahrnehmung der Menschen in Kauf. Denn jeder Mensch sieht Gott auf seine Weise. Da sie aber auch behaupten sie allein wüssten den wahren Weg zu göttlicher Erkenntnis, muss man ihnen notgedrungen vertrauen. Man muss sogar seine Auffassung von Gott vergessen. Man darf ihre Klugheit und Weisheit nicht hinterfragen oder gar anzweifeln. Die exoterischen Religionen sagen Gott und die Wahrheit ist irgendwo dort draußen. Wenn also eine religiöse Organisation einen Gott im Himmel predigt, der fern unserer Realität auf irgendeiner Wolke sitzt, dann rauben sie den Menschen die Erkenntnis des Absoluten. Denn wenn der Blick der Menschen nach außen gelenkt wird, um Gott zu erkennen, dann können sie allein ihren Sinnen trauen und diese relativieren die Absolutheit der Wirklichkeit. So predigen die religiösen Organisationen der Exoterik den falschen oder abgeschwächt einen relativen Weg. Das Absolute kann nur jeder Mensch für sich persönlich und nur im Inneren als solches erkennen und verwerten. So ist aber auch die Wahrheit nicht ‚irgendwo da draußen', wie es Populärmedien vorlügen, sondern sie ist tief in jedem von uns und kann jederzeit dort gefunden und im Nachhinein als solche benutzt werden.

Es gibt also - rein argumentativ bewiesen - das Absolute. Und damit gibt es auch Gott, denn Gott ist das Absolute. Wenn also eine Organisation eine absolute Unwahrheit (was in Religion und Wissenschaft heute ebenfalls erwiesenermaßen geschieht) verkündet, dann dient sie dem diabolischen Prinzip. Anstelle, daß dem Individuum bei seiner Erkenntnis des Absoluten vertrauen entgegengebracht wird, werden die Menschen kontrolliert und vereinheitlicht. Sowohl Religion als auch Wissenschaft feinden sich dabei zusätzlich noch still an. Die Religion verneint die Beweisbarkeit des Absoluten, weil allein der Glaube gut ist und Hinterfragung oder das einfache Wissen sei gar Teufelswerk. Glauben heißt nicht (w)Wissen. Die Wissenschaft verneint indes alles Spirituelle, weil dies nicht beweisbar ist. Sie verneint sogar das Absolute, weil alles relativ sein soll. Aus ihrer Sicht ist also das Relative = Alles, oder anders gesagt das Diabolische ist für sie Gott. Und wenn die Wissenschaft doch einmal unterm christlichen Kreuz forscht und dabei in die relative Wirklichkeit schaut, weil sie eben nur das Materielle und nicht das Spirituelle akzeptiert, dann sieht sie sich unerkannt vom diabolischen Prinzip geblendet.

Man hat heute alles mit Ismen belegt. Es gibt den Kreationismus, den Relativismus, den Protestantismus, den Katholizismus, den Darwinismus, den Islamismus, den Terrorismus, den Dogmatismus, usw. Die ganze Welt - das Absolute - wird heute von Fachidioten in Ismen zerteilt und allein aus diesen kleinen Ismen-Zellen als Forschungsobjekt beobachtet. So debattiert und diskutiert man das Absolute und kommt letztlich doch immer wieder zum Relativen, weil schließlich niemand absolut Recht hat. Das darf doch auch keiner, denn dann wäre er zum ersten viel klüger als die wirklich echt Klugen und zweitens wäre das der AbsolutISMUS in Reinform.

Das Absolute muss es geben, da ansonsten das Wort die pure Fantasie eines betrunkenen, weltfremden Wortschöpfers war. Da ich glaube, dass mir dies niemand - ernsthaft, tolerant und vernunftbegabt wie wir alle sind - erzählen will, muss also das Wort einen existenten Sachverhalt bezeichnen. Allein diese Tatsache zeigt, dass Gott existiert und, dass zudem derjenige, der diese Absolutheit nicht anerkennen will lieber dem Diabolus beim Schwefelkehren zusehen will. Ich brauche hier keine Diskussion über diese absolute Wahrheit führen und auf relative Ansichten hören, weil es eben eine absolute Wahrheit ist, die völlig außer jeder Diskussion steht. Denn man kann diese Wahrheit anzweifeln und relativieren wie man will. An der absoluten Wahrheit ändert das rein GARNICHTS!

Die absolute Wahrheit ist unantastbar, übersinnlich, ewig und somit allgegenwärtig und unvergänglich, sie ist einzig und allein gültig für Jeden und Alles. Ob er Gates, Rockefeller, Ghandi oder Müller heißt, ist völlig wurscht und ebenso sein sozialer Status, sein Engagement und sein reicher Vati. Derjenige, der mir aber eine relative Sichtweise als wichtig vorhalten will, der mir eine relative Wahrheit als echt und einzig wahr vorhalten will, der mir eine absolute Unwahrheit verkaufen will ist ABSOLUTISTISCH. Ich brauche seine relativierenden Lehren nicht mehr, denn mit meinem absoluten Veda (dem absoluten, göttlichen Wissen) weiß ich es längst besser.

Noch einmal zum besseren Verständnis, weil ich sehr gut weiß wie wenig Leute wirklich sinngemäß lesen und mehr auf ihre angelernten Relativierungsreize achten. Ich zwinge niemand mir zu glauben. Ich will keinen Absolutismus wie ich auch keinen sonstigen Ismus will. Was ich allein aufzeigen und jedem pluralistischen Geist dieser Welt vorschlagen will ist, dass wir uns einheitlich in pluraler, also mehrheitlicher aber auch freiwilliger Anstrengung diesem Absoluten widmen und es/IHN wieder versuchen zu entdecken. Dabei natürlich vorausgesetzt, dass diese Unterscheidung jeder können will. Wer es nämlich nicht will bleibt eben relativ doof.

Gruß :)
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Samur

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Re: [Philosophie-Dings] Absolute Relativität
« Antwort #1 am: Dezember 08, 2006, 09:48 Vormittag »
Lassen wir die inhaltliche Diskussion außen vor, welche Zielgruppe soll das Buch thematisch ansprechen? Wie umfangreich soll es denn werden? Geht es dort fortwähren im diesem Stil weiter?
"jede Minute kommt ein neuer Trottel auf die Welt"

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Gierig

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Re: [Philosophie-Dings] Absolute Relativität
« Antwort #2 am: Dezember 08, 2006, 16:54 Nachmittag »
Ganz Schön oft das Wort absolut gebraucht....

Ich habe Probleme mit dem Lesefluß liest sich irgentwie nicht so flüssig runter.
Liegt villeicht daran das ich Anänger der Disharmonie und der immer wärenden
Vergrößerung der Entropie bin (und damit ein Relativer, Wissenschaftlicher Geprägter bin).

Für mich klingt das alles ein wenig Esoterisch, Ich erwarte jeden Moment das mir jemand
etwas verkaufen will um die Wahrheit in mir besser zu finden.
Das Thema an sich in mit Sicherheit spanned und würde von mir auch konsomiert werden.
Wobei es auch sehr schnell Langweilig werden könnte, da ich quasi auch schon in den sätzen
eine Wiederholung des gesagten sehe.


just my to cents

mfg Gierig
Zwei Gesetze:
1.) "Ich kann Heise nicht erreichen, also ist mein Internet-Anschluss kaputt"
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anakin!kkee

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Re: [Philosophie-Dings] Absolute Relativität
« Antwort #3 am: Dezember 08, 2006, 19:05 Nachmittag »
Es ist ein Buch in dem ich meine persönlichen esoterischen (innerlichen) Erfahrungen aufgrund buddhistischer, hinduistischer und anderer Quellen aufschreibe. Es handelt von meinem Bemühen die Absolutheit eines allgemeingültigen Wissens zu finden. Weil ich meine, daß zwar ein relativierendes und damit demokratisches weltbild sehr korrekt ist. Nur ist ein solches Weltbild nur dann für die gesamte Menschheit sinnvoll und bereichernd, wenn demzugrunde eine Absolute Wahrheit liegt. Was ich meine ist, daß in unserer Welt gut und böse relativ behandelt wird. Dazu kommt, daß die Spanne des relativ Guten und relativ Bösen mittlerweile sehr weit auseinander greift. So kann ein Konzernchef hingehen und zum Wohl der Allgemeinheit Familienväter entlassen. Oder krasseres Beispiel ein Präsident kann ein Land 'befreien' indem er dort sehr viele Menschen und Familien auslöscht. Es werden also schlechte Taten als besonders gut bezeichnet und das allein, weil es in den Augen eines relativen Standpunkts als 'absolut gut' gilt. Man ist also nicht darum bemüht wirklich das Gute zu fördern, sondern allein das was man selbst als gut empfindet - und damit ist man egoistisch auf Kosten einer größeren Allgemeinheit. Denn es sind immer wenige mächtige Leute, die sich ihren Egoismus auch nutzorientiert leisten können. Was ich vertrete ist der Standpunkt, daß allein dann wenn die Welt des demokratischen Pluralismus (welche es unbedingt sein sollte) sich an eine einheitliche Ethik aufgrund einer Absoluten Wahrheit hielte, sich die auseinanderklaffende Relation von Gut und Böse zu Gunsten aller Beteiligten verschmälern würde. Wenn es diese absolute Wahrheit gibt, was außer mit einer relativierenden Sichtweise kaum angezweifelt werden kann, dann sollte man versuchen diese Wahrheit anzuwenden. Ansonsten belügt man sich selber und alle anderen um den Vorteil.

Es ist ein esoterisches Buch, welches keinerlei exoterische Motive hat. Somit hat es nichts mit Esosektierer-Lümmelei zu tun. Ich halte mich da lieber an den Dalai Lama, der ist esoterisch auf seiner Suche und verkauft höchstens Wichtigtuer für dumm, wie ich selber herausfinden konnte. Das soll bedeuten, daß ich mir nicht herausnehme die Wahrheit zu kennen um sie dann aller Welt aufzustülpen. Denn die absolute Wahrheit ist eine transzendente Erfahrung, die nur jeder innerlich (also esoterisch) finden kann. Und das wiederum nur dann, wenn er das Ego zurücktreten läßt.

Ist der Stil insofern heftig, als daß man ihn schwer versteht oder mehr inhaltlich?

Gruß
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Samur

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Re: [Philosophie-Dings] Absolute Relativität
« Antwort #4 am: Dezember 09, 2006, 00:13 Vormittag »
Ich muss Gierig zustimmen und habe auch eben auch dies mit meiner Frage nach dem Stil des Buches gemeint.
Die Schreibweise ist aufdringlich und besserwisserisch in meinen Augen. Man hat das Gefühl belehrt zu werden, was sehr ungemütlich ist und schnell zu einer ablehnenden Haltung führt, trotz des sicherlich interessanten Themas. Der Stil würde zu einem neo-konservativen Prediger passen, der seine "Wunder" gegen Geld verkauft und seine Worte für die einzig gültige Wahrheit hält.
Du machst Dir wenig Freunde mit diesem Stil denk ich, da jeder andersdenkende sich aggresiv angegriffen fühlt. Die Schreibweise regt nicht zum Nachdenken sondern zur Ablehung des Geschriebenen an.

Meine bescheidene Meinung.
"jede Minute kommt ein neuer Trottel auf die Welt"

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Admiral

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Re: [Philosophie-Dings] Absolute Relativität
« Antwort #5 am: Dezember 09, 2006, 12:45 Nachmittag »
Ja! Der Text ist schon aggresiv! Er provoziert mich! Man kann aber sicher über ihn gut diskutieren. Er gefällt mir.  :)


Und ich persönlich fühle mich als Wissenschaftler beleidigt, wenn Du behauptest, dass die Wissenschaftler meinen absolute Wahrheiten zu produzieren. Beim Sokrates! Ich weiß dass ich nichts weiß! Wir sind uns unserer Relativität bewußt! Das waren wir immer! Das Absolute ist nicht direkt unser Job!

Aber mal meine Emotionen zur Seite:

Ich habe mal in einem kleinen Buch von Dalai Lama eine schöne Anektode gelesen, in der ein großer Weiser des Buddismus bei einem Straßenprediger anhält und ihm zuhört. Später fragen seine erstaunten Schüler warum er das getan hätte. Er antwortet ihnen: "Er hatte ein paar gute Ansätze".

Kurz: Ich glaube nicht, dass Deiner Text inhaltlich übermäßig stabil gebaut ist, aber ich kann einiegen Punkten und Ideen zustimmen. Wie gesagt ich mag ihn! Und würde ihn liebend gerne inhaltlich auseinandernehmen.  ;-)


Nachteile kurzgefasst:
- Du beleidigst Leute, die Dir sonst vielleicht zustimmen würden. Das ist nicht übermäßig klug wenn Du Leute zum Verstehen bringen möchtest. Ich würde es vorsichtiger formulieren.
- Du kritisierst den Fundamentalismus derer, die meinen Absolute Wahrheiten zu besitzen. Bis auf den letzten Absatz hörst Du dich aber selber recht Fundamentalistisch an. Ich glaube nicht dass Du das möchtest. Es klingt für mich aber so.
- Ich weiß nicht in wieweit vollkommen 'eigene' Gedanken wirklich Material für ein Buch sind. Ich würde erst einmal mit einem Blog anfangen. Ich glaube das ist günstiger und Zeitgemäßer. Wenn Sich ein Publikum findet, kannst Du immer noch versuchen es zu Drucken. Nimm Dir Zeit, um den Text zu schleifen.

Fazit:
Für einen Blog ist es GUT. (imho)
« Letzte Änderung: Dezember 09, 2006, 12:49 Nachmittag von Admiral »

anakin!kkee

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Re: [Philosophie-Dings] Absolute Relativität
« Antwort #6 am: Dezember 09, 2006, 17:54 Nachmittag »
@Samur
Ja, da geb ich dir recht. Es ist in Teilen höchst polemisch was ich bisher auf ca 60 Seiten geschrieben habe und ich hinterfrage selber ob dies wirklich sinnvoll ist. Im Prinzip will ich aber keine Zielgruppe ansprechen (was wirtschaftlich gesehen kaum einen Verlag auf meine Seite bringen wird) sondern mir ging es im roh Geschriebenen in erster Linie um das aufschreiben meiner Gedanken, die durchaus von einer gewissen Wut über die Arroganz der einschlägigen Machthaber groß wie klein geprägt sind. Und um des weiteren zu erwirken, daß ein Leser anderer Meinung sein ich-zentriertes um nicht zu sagen homozentrisches Weltbild hinterfragt. Freunde suche ich eigentlich insofern nicht, als daß ich ja selbst nahelege, daß jeder selber die Wahrheit finden sollte. Da ich meine, daß die absolute Wahrheit auch einzigartig und somit automatisch einend wäre, vertraue ich auf die Aufrichtigkeit jedes Suchers. Ich glaube aber auch, daß die Arroganz, die ich dem Leser vorwerfe, auf mich selber zurückfällt und so werde ich dahingehend irgendwas am Stil ändern müssen.

@Admiral
Auch deinen Standpunkt verstehe ich. Als mehr oder weniger studierten Wissenschaftler würde ich mir nichts von einem Hippieaffen erklären lassen, der mutmaßlich wenig Ahnung hat. Dies ist wohl eine große wenn nicht die größte Schwäche des Stils.

Was ich aber im wesentlichen dem Wissenschaftler vorwerfen muß - gehört jetzt aber weniger in dieses Thema, da es hier aussschließlich um den Text selber gehen sollte - ist, daß eben wie du sagst "das Absolute nicht zu eurem Job gehört". In dem Fall frage ich mich welchem Ziel ihr folgt. Wollt ihr die Welt erforschen und somit praktisch orientiert das Wissen der Menschheit erweitern? Oder wollt ihr allein pragmatisch - nutzorientiert einem kurzfristigen Gewinn in Form von Geld, Ruhm und Macht und damit in erster Linie euch selbst dienen? Im letzteren Fall ist das jeden freien Geistes freie Entscheidung, doch darf man sich dann kaum wundern, daß die Welt aussieht, wie sie es tut. Und vor allem sollte man sich mit Lösungsvorschlägen zurückhalten, da ein Lösungsvorschlag, der in erster Linie egoistische Motive hat kein besonders qualitativer sonder höchstens quantitativer und damit teilweiser und unvollständiger wäre. Damit würde das Recht des Stärkeren gelten und schwächere Menschen würden damit zum Aussterben oder zumindest größerem Leid verurteilt sein. Ist das ethisch und gemäß einer demokratischen, freien Entfaltung des Individuums vertretbar? Ich werde gern in eine Diskussion einsteigen, wenn du eine im entsprechenden Forum starten magst :)

Die kleine Anekdote ist gut und zeigt unterschwellig wieso mich diese Gesinnung so fasziniert. Weitaus mehr übrigens als westliche Dogmengebäude.

@all
Danke fürs Feedback. Die Fundamentalität ist eigentlich im wesentlichen korrekt, weil ich schon einen radikalen (v. lat.: radix = Wurzel, Ursprung) Ansatz habe. Man muß ein Problem eben an der Wurzel packen. Aber ich will keinen Absolutismus, sondern die freie Entscheidung eines jeden sich dem Absoluten zuzuwenden. Absolutismus wäre, wenn ich einen Führer zu einer allgemeinen Ansicht ausrufen wollte, dem jeder unbedingt folgen müßte - in dem Fall mich. Aber liegt mir wie gesagt fern.

Gruß
« Letzte Änderung: Dezember 09, 2006, 18:08 Nachmittag von anakin!kkee »
Dieser Beitrag wurde 12.523 mal editiert, zum letzten Mal von General Defense and Assassination Dept. - CIA Heute, 6:66.

Samur

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Re: [Philosophie-Dings] Absolute Relativität
« Antwort #7 am: Dezember 10, 2006, 10:26 Vormittag »
Ich finde Admirals Blog-Idee sehr gut.
Ich denke, bei einer entsprechenden Leserzahl wird sich die eine oder andere interessante Diskussion ergeben und bei entsprechendem Erfolg lässt sich damit auch wunderbar Geld verdienen.
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