Autor Thema: [Spiel] Ein World of Warcraft Tagebuch  (Gelesen 4214 mal)

Samur

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[Spiel] Ein World of Warcraft Tagebuch
« am: Februar 18, 2007, 10:52 Vormittag »
An dieser Stelle würde ich gerne meine Eindrücke von World of Warcraft schildern.

Vorgeschichte:
Während des Studium konnte ich durch ein großzügiges Zeitkontingent an der WOW Beta teilnehmen, so dass ich das Spiel grundsätzlich schon kenne.  Mein Budget erlaubte es mir allerdings nicht, die in der Folgezeit fälligen 13€ monatlich zu löhnen. Nach dem Studium war die Zeit arg begrenzt, so dass ich der Meinung war, dass die monatlichen Kosten nicht im Verhältnis zu der mir zu Verfügung stehenden Spielzeit stehen.

Nachdem sich allerdings meine finanzielle Lage ein wenig entspannt hat, fällt zumindest dies Aspekt weg. Zeitlich hat sich zwar nichts geändert, aber nachdem style mich ein wenig bearbeitet hat, gab es wenig Gründe, nicht wenigstens einen Blick auf das Spiel zu riskieren.

Gesagt, getan. Mit dem Spiel und dem Gast-Account von style ausgestattet ging es an die Installation. Nach meinem Schock über die völlig indiskutable Update-Funktionalität konnte mir erneut style mit dem Burning Crusade Add-On aushelfen um mir die Patch-Orgie zu ersparen. Es gibt doch tatsächlich keine Möglichkeit einfach von der Standard-Installation auf die aktuelle Version zu kommen. Entweder darf ich unzählige einzelne Dateien zusammensuchen und hoffen, dass ich keine falsche Version darunter erwischt habe, oder ich muss daneben sitzen und bei jedem kleinen Versionssprung einen Neustart der Anwendung bestätigen. Unfassbar.

Der Erste Versuch einen Account anlegen scheiterte bereits an der Nicht-Verfügbarkeit der entsprechenden Seite. Großes Kino. Also verschieben wir das ganze.

Tag 1
An einem wunderschönen Samstag wurde ein ausreichend großes Zeitfenster reserviert um sich ausgiebig mit dem Spiel zu befassen.
Account erstellt, Charakter gebaut (Ork Schamane), Server gewählt (Echsenkessel, PVP), style und Parinor als Unterstützung am Start...dann wollen wir mal.

Nach den üblichen Startschwierigkeiten („Komm nicht ins TS rein“, „Wo seid ihr denn?“, etc) konnte es endlich losgehen. Style und Parinor waren so freundlich mir alles haargenau zu erklären, so dass ich ohne langes Handbuch- und Tutorial-wälzen mitspielen konnte. Seit der Beta sind einige Jahre vergangen.

Da bin ich also wieder, willkommen zurück auf Azeroth.
Aber wieso sieht alles noch aus wie damals? Es ist fast drei Jahre her, als ich in der Beta durch diese Lande gestiefelt bin, warum hat sich grafisch überhaupt nichts verändert? Die Grafik und die Effekte mochten im Jahr 2004 noch Begeisterungsstürme hervorbringen, aber in 2007 wirkt die Grafik recht altbacken. Grobe Texturen, wenige Polygone bei den Modellen. War bei den unzähligen Megabytes an Patch-Dateien kein Platz für neue Texturen?
Natürlich, in einem MMORPG kommt es ja nicht nur auf die Grafik an, aber ich denke schon, dass ich für 13€ im Monat nicht nur eine lebendige Welt sondern auch eine zeitgemäße Darstellung erwarten kann.

Aber wie lebendig ist die Welt, bzw wie wirkt diese auf einen Neuling, der nichts von den großartigen Schlachten und Raids, die alle den hochstufigen Charakteren vorbehalten sind, gesehen hat?
Mein Samstag Abend bestand aus rennen, töten und sammeln. Und nein, es ist nicht annähernd so spannend wie es klingt.
Es reihten sich Quests in der Sorte von „Bring mir 10 Wasweißichfür-Tieger-Felle, dann kriegst Du einen Keks“ aneinander. Kein Problem, denk ich mir, gehen wir auf die Tiger-Jagd.
Aber wieso hat nicht jeder Tiger ein Fell? Wieso nicht jede Krabbe ein Auge? Sehr seltsam. Da rennt man also Stundenlang (in Echtzeit) durch die Gegend, jagt die armen Geschöpfe, und ist genervt, weil sie nicht das bei sich haben, was man sich eigentlich erhofft, also rennt man weiter und schnappt sich das nächste Biest, usw.
Ich habe noch nie etwas langweiligeres in einem Spiel gemacht und währen meine Mitstreiter nicht dabei gewesen, hätte ich nach maximal einer Stunde aufgegeben und das Spiel in die Ecke geschmissen.

„Aber das Spiel hat mehr zu bieten“,  das ist zumindest ihre kühne Behauptung :) Das Problem ist, das meine Teilnahme an den interessanten Dingen des Spiels unzählige Wochen des „Rennens und Ärgerns“ voraussetzt, bin mein Charakter über entsprechende Erfahrung und Ausrüstung verfügt. Keine sonderlich motivierende Aussicht.

Nach ungefähr 4,5 Std Spielzeit war mein erster Tag auf Azeroth beendet. Mein Schamane hatte den 8. Level erreicht, was durchaus eine Motivation darstellt, immerhin kann ich jetzt dickeren Biestern dass Fell über die Ohren ziehen und kann den Gegnern mächtigere Zaubersprüche an den Kopf knallen.

Alles in allem bin ich vom ersten Tag schwer enttäuscht und habe ihn nur dank der Hilfe und Motivation seitens style und Parinor überstanden, denen mein großer Dank gebührt.
Von einem Spiel, das über 8 Millionen monatlich zahlende Spieler hat, hätte ich weit mehr erwartet. Mag sein, dass noch großes Folgt, dies wird aber in den ersten Stunden des Spiels nicht mal in Aussicht gestellt.

Ich habe einen 10 Tage Gast-Account und ein Freimonat dank des Kaufs einer eigener WOW-Kopie.
Da der erste Eindruck über ein Spiel stark täuschen kann, werde ich die mir zur Verfügung stehenden Tage natürlich nutzen, um die Spielwelt weiter zu erkunden. Ich hoffe jedoch auf mehr und mir wurde versichert, dass noch mehr kommen wird. Ich bin gespannt.




Nachtrag bezüglich des Rollenspiels
Ich habe vor dem besagtem Samstag kurz einen Charakter auf einem RP Server gebaut, einfach um das Spiel zu sehen und mich mit den Optionen zu beschäftigen. Nachdem ich miterleben durfte, wie zwei Spieler der Meinung waren Orks darzustellen, war mir die Lust auf RP-Server auf Seiten der Horde nach zehn Monuten vergangen. Etwas dümmeres habe ich selten gesehen ;)
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Crom

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Re: [Spiel] Ein World of Warcraft Tagebuch
« Antwort #1 am: Februar 20, 2007, 15:52 Nachmittag »
Du bringst es auf den Punkt: Es hatt sich nichts geändert seit der Beta damals, selbst mit der Erweiterung, paar neue Gebiete 10 Stufen mehr, aber das war es schon. Allein das nun beide Fraction nun den Pala oder den Schamy nutzen können...aber hey so kann mann auch die Klassenbalance wieder erstellen.

Ich weiss nicht warum du dir das noch antust!!

 :lol:
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Samur

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Re: [Spiel] Ein World of Warcraft Tagebuch
« Antwort #2 am: Februar 20, 2007, 19:52 Nachmittag »
Ein weiterer Tag
Ich muss zugeben, es wird besser. War einige Stunden alleine unterwegs, habe Ogrimmar besucht und die nähere Umgebung erforscht. Die Gegend ist nicht mehr so öde und die Quests werden interessanter.
Irgendwann wurde Ogrimmar angegriffen. Leider habe ich das irgendwie zu spät geschnallt und alles war vorbei, bevor ich überhaupt die Orte gefunden habe, die es zu verteidigen galt. Naja, vielleicht beim nächsten Mal.
Mal sehen wie die nächsten Tage werden, hoffe auf eine baldige Schlacht, um auch diesen Aspekt des Spiels zu sehen.
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style

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Re: [Spiel] Ein World of Warcraft Tagebuch
« Antwort #3 am: Februar 22, 2007, 11:06 Vormittag »
hihi, dann werde ich den kleinen samur mal bald in die warsong gulch mitnehmen und wir spielen ein paar zünftige runden CTF :)
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Samur

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Re: [Spiel] Ein World of Warcraft Tagebuch
« Antwort #4 am: März 07, 2007, 09:10 Vormittag »
nach einigen Tagen
Es sind wieder einige Spieltage vergangen. Ich habe mittlerweile ein wenig von der Welt gesehen und sie ist definitiv interessanter, als es mein Startgebiet vermuten ließ.
Ich wurde einige Male im PvP vermöbelt, was weniger motivierend war, aber ich habe mich noch nicht sonderlich damit auseinandergesetzt, also kann das ja noch was werden...vielleicht. Es ist irgendwie chaotischer als das PvP-Erlebnis bei Guild Wars, aber vielleicht ändert sich dieser Eindruck mit der Zeit.
Was definitiv interessant ist, sind Instanzen mit einigen Mitstreitern. Allerdings werden die Kämpfe dort auch eintönig mit der Zeit (Sheep, Pull, drauf da).
Alles in Allem gewinnt bei mir langsam das Gefühl, dass das Spiel einfach nicht genug bietet. Wenn man gerne seinen Charakter levelt und fleißig Items sammeln will, hat man sicherlich lange was vom Spiel, aber sonst? Die "Töte x davon und sammle y davon"-Quests gehen mir total auf die Nerven, auch wenn sie jedesmal Storytechnisch anders sind und x und y variieren. Es gibt viel zu wenige andere Quests. Ich finde es unglaublich langweilig, ständig Quests dieser Art zu meistern und als Abwechslung ggf irgendwelche Dinge in einer recht sterilen Welt zu suchen. Gibt es nicht mehr? Bietet ein MMORPG nicht mehr Möglichkeiten? Sehr enttäuschend.
Ich habe vorerst meinen Account wieder gekündigt. Es bleiben gut drei Wochen um vielleicht noch neue Reize zu entdecken, aber nach heutigem Stand der Dinge ist das Spiel keine 13€/Monat für mich wert.
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Re: [Spiel] Ein World of Warcraft Tagebuch
« Antwort #5 am: März 07, 2007, 17:09 Nachmittag »
die quests in wow classic sind wirklich eintönig, da geb ich dir recht. im addon wird da vieles besser, eine vielzahl kill- und sammelquests gibt es allerdings weiterhin. ich muss zugeben, dass guild wars da einige interessantere ansätze bietet (man konnte z.b. kisten schleppen und während der zeit nix anderes machen). später gibts halt auch in wow quests, in denen du ein murmeltier kontrollieren kannst oder strategische ziele von einem flugmount aus bombardieren musst, die also etwas abwechslungsreicher gestaltet wurden.

die instanzen laufen in wow classic größtenteils auch so ab: ran, antanken, damage, heilung.
ab bc nehmen gerade diese encounter auch an fahrt auf.

insgesamt bleibt es aber nach wie vor so: der größte anreiz in wow liegt in der stetigen verbesserung seines chars. wenn man darauf nicht so abfährt, ist das spiel sicher nix für einen. du hast nun bisher relativ wenig von der welt und deinem char kennengelernt, denn bis level 60 sinds ja nun schon noch einige stufen und bis dahin gibt es definitiv noch einiges zu entdecken - und ab level 60 wird das spiel auch um einiges interessanter, aber der weg dahin ist recht steinig.

leider hat blizzard es versäumt, den alten content hier und da mal ein wenig zu überarbeiten und ein paar der guten ideen, die es in den neuen startgebieten und dem neuen content ab stufe 60 gibt, in den alten content reinzupatchen.
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