Wie siehts mit gebrauchten Bodys aus? Ist das etwas, was man erwägen könnte oder sollte man davon eher abraten?
Da würde ich auf jeden Fall aufpassen... Bei der alten 300D zB hielt der Verschluß ca. 30.000 Auslösungen lang. Und er gab jedesmal wieder ziemlich pünktlich nach dieser Menge auf. Das kann man reparieren, dann hält er wieder 30.000 Knipsdings lang, aber da bist Du trotzdem ~150 Geld und einige Nerven los. Bei den neueren Knipsen soll er länger halten, ich meine doppelt so lange - mit der 30D bin ich jetzt bei knapp 40.000 und bisher hält er.
Also bei Gebrauchtkram: ja, wenn Du weiß, wieviel die Knipse wirklich mitgemacht hat (aus dem Bekanntenkreis zB), oder wenn sie frisch überholt ist, zB wenn der Verschluß gerade repariert wurde (Rechnung wird mitgeliefert). Dann lohnt sich das, wenn der Preis immer noch unter einer neuen bleibt. Ähnlich übrigens bei "reparierten", also kalibrierten Objektiven. Da kann man nämlich davon ausgehen, daß da ein Fachmann sorgfältig draufgeguckt hat; die können besser sein, als Montagslinsen frisch vom Band, und trotzdem billiger.
Wie groß sind die technischen Entwicklungen in dem Bereich? Also lohnt sich der Mehrpreis für aktuelle Modelle gegenüber älteren Ausgaben?
1. Mehr Pixel -> Relativ unwichtig, ich bin ja der Ansicht, 6 MP reichen für den Alltagsgebrauch völlig und drehe meine 10er im Alltag auch runter.
2. Mehr Serienbildchen: mehr am Stück und mehr pro sek. -> Das wird erst wichtig, wenn Grinsi soviel bunte Knete im Kopf hat, daß sie pro Sekunde mehrere haarsträubende Ereignisse produziert, die einem ohne Bild keiner glaubt.

Ne, auch relativ unwichtig.
3. Filmchen -> die neuen Modelle haben ja auch Video, also wer's braucht... sollte aber mE kein Kaufargument sein bei einer SLR
4. Mehr technischer Schnickschnack: mehr Fokuspunkte, vermutlich mehr Einstellungsmöglichkeiten oder Programme -> Da kenne ich mich nicht so aus mit der Entwicklung, aber die 300D war die erste Canon-DSLR zum "Normalpreis", und man kann sie bis heute richtig gut nutzen, finde ich - da fehlt für den Einstieg gar nix, und für später auch nur Kleinigkeiten (die man auch nicht unbedingt mit neuen Billigmodellen bekommt, sondern mit alten wie neuen anspruchsvolleren Teilen). Klar ist mehr und schneller immer schöner, und wenn man es hat will man nicht zurück. Aber die entscheidenden Vorteile von DSLRs haben sie auf Grund des DSLR-Seins ja schon alle: Mini-Auslöseverzögerung, flexible Objektive, bessere Bildqualität, weniger Rauschen etc.
Dazu übrigens ein ganz aktuelles Beispiel: Wir haben in der Familie kürzlich eine kompakte Lumix (Leica-Objektiv, Knipse in der guten Mittelklasse) verschenkt. Die hat lustige Funktionen, macht einen tollen Weißabgleich, hat ein knuddeliges Weitwinkel - aber die Bildqualität ist vor allem bei mäßigem Licht (hohe ISO) trotz 10 MP erschreckend bescheiden. Jedenfalls wenn man DSLR gewohnt ist. Selbst die Veteranin 300D, die mittlerweile 7 oder 8 Jahre alt und sicher nicht den Lumix-Neupreis mehr wert ist, ist da um Längen besser, selbst wenn 'ne mittelmäßige Scherbe draufgeschraubt ist.
Aber ich schweife ab...
Hab' mit Gebrauchtkram keine Erfahrungen, aber ich vermute, das macht eher Sinn, wenn Du in höheren Qualitätsklassen suchst - also ein älterer High-End-Body zB. Da können 10 oder 20% günstiger schon was ausmachen. Aber ein neuer Low-Budget-Body wird immer noch deutlich billiger sein, und für den Einstieg eh die bessere Wahl. [btw: ich seh' gerade, daß 350 und 400D natürlich eine veraltete Empfehlung war - heute heißt das wohl 1000, 450 oder 500D]
Meine Empfehlung wäre: ein günstiger neuer Body, außer Du kriegst einen gebrauchten aus vertrauter Quelle oder soeben instand gesetzt.
Hast Du denn schon was im Auge?
Grüßend -
BJL.