Autor Thema: Spiele Test Schach:  (Gelesen 3085 mal)

Gierig

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Spiele Test Schach:
« am: Januar 07, 2003, 13:21 Nachmittag »
gefunden im Heise Forum von Eugen87


Die moderne Spieleindustrie nimmt immer mehr zu, was sich auch auf
die klassischen Spiele auswirkt. Gab es früher neben Dame, Mühle,
Schach und Zwergenwerfen nicht viel Konkurenz, so sehen wir uns heute
einem riesigen Angebot an Computerspielen gegenüber, die eine neue
Spielegeneration definieren. Dennoch sollten traditionelle Spiele wie
Schach nicht ganz vergessen werden, weshalb ich mir ein nagelneues
Schachspiel gekauft und ausführlich getestet habe.

Zur Schachtel gibt es an sich nicht viel zu sagen, eher plumpes
Design, dafür ordentlich schwer. Von außen sieht man einen recht
einfachen Screenshot ohne viel Werbekram. Das Spiel ist ohne
Alterbeschränkung erhältlich.

So, kommen wir gleich zu den Figuren. Davon gibt es ganz viele
verwirrende verschiedene Farben und Formen. Das soll uns jetzt
erstmal egal sein. Unter den Figuren findet ihr in der Regel so
kleine Filzstücke, die muß man vorher abmachen, die gehören zur
Verpackung. Die meisten sind nur zu faul dazu, echte Profis spielen
ohne diese Anfängerhilfswerkzeuge.

Nun wenden wir uns dem Schachbrett zu, dieses ist sofort
Betriebsbereit, man muß es nicht extra einschalten oder installieren,
benötigt auch keine Batterien, 3D Karte oder mehr RAM, allerdings
gibt es auch keine Maus. Man kann sofort mit dem Spielen loslegen,
das ist bei unseren Test sehr positiv aufgefallen.

Als Spielfläche dient dieses mitgelieferte Brett mit den bunten
Vierecken. Hier sind die Optionen allerdings recht eingeschränkt, es
gibt keine Auswahlmöglichkeiten wie z.B.: verschiedene
Planetenoberflächen, Wald und Wiesen, Wüste, Wasserkarten,
Insellandschaften, Lava oder Kristallkarten, auch keine Metallkarten.
Alle Spiele finden immer auf der gleichen Karte statt, was die
strategischen Überlegungen auf ein Mimimum reduziert. Positiv ist
daran bestenfalls, daß man sich nicht mühsam einüben und entscheiden
muß. Brett hin und los gehts.

Nicht so toll ist auch, daß man vor dem Spiel die Figuren selbst
aufstellen muß, das ist etwas mühsam. Hier würde man sich ein
Autosetup wünschen. Insbesondere, weil die Figuren immer gleich
aufgestellt werden müssen. Auch hier kann man sich nicht frei
entscheiden, sondern folgt einem immer gleichen Schema, das auf Dauer
schnell langweilt.

Die Figuren selbst unterscheiden sich kaum. Es sind alles
Landeinheiten, die sich nur auf einer Ebene des Brettes bewegen
können. Es gibt keine Schiffe, Flieger, U-Boote und keine
Hoovercrafts, was aufgrund der immer gleichen Landkarte ohne Wasser
auch nicht viel Sinn machen würde. Nachdem alles aufgestellt wurde,
fällt einem schnell die völlig leblose Umgebung auf. Die Figuren sind
völlig starr und nicht im geringsten animiert. Es gibt keine
neutralen Figuren, die die Landschaft etwas aufpäppeln. Etwa sowas
wie Zivilisten, die man je nach Tageslaune beschützen oder einfach
niedermeucheln, überfahren, verbrennen oder atomisieren kann.

Auch gibt es keine sonstigen Gimmiks wie Fabriken, Resourcen,
Bonusfelder oder Reenforcements. Was heißt, mit den lächerlich
wenigen Figuren muß man auskommen. Wer seinen Gegner gerne mal mit
hunderten von Einheiten plattwalzt kommt hier garantiert nicht auf
seine Kosten.

Das Spiel beginnt sobald der erste Spieler einen Zug macht. Der
andere Spieler muß solange warten, was stinklangweilig ist. Statt den
anderen mit schnellen Zügen und viel Übung einfach auszumanövrieren,
muß man immer warten, was wieder eine strategische Variante aus dem
Spiel nimmt. Hinzu kommt, daß ohnehin nur maximal 2 Spieler
gleichzeitig möglich sind. Man kann auch keine Computergegner
hinzunehmen, um die Sache etwas aufzupeppen. Um als einzelner spielen
zu können, muß man ein teures Upgrade kaufen, das dann Schachcomputer
heißt.

Während das Spiel etwas dröge dahinfließt vermißt man sehr bald
einige Features, die in vielen anderen Spielen schon lange Standard
sind: Zaubersprüche wie Meteoritenregen, Vulkane oder Blutrünstig,
technische Basteleien ala Atombomben, Riesengeschütze oder einfach
nur mal eine D-Gun. Nichts dergleichen. An dieser Stelle sei
angemerkt, daß auch die Kämpfe völlig unspektagulär ablaufen. Keine
Animation, kein Blut. Eine geschlagene Figur wird einfach nur
vorsichtig herausgenommen. Nicht einmal emotional-wildes herauskicken
wird gerne gesehen.

Enttäuschend ist auch, daß man nicht mehrere Spielstände abspeichern
kann. Schlecht die Undofunktion, die nur soweit zurückgeht, wie man
sich selbst erinnern kann. Um Remote- oder gegen einen Computergegner
spielen zu können muß man teure Zusatzgeräte kaufen, die nicht
beiliegen und was auch nicht auf der Packung vermerkt war. Durch die
immer gleichen Anfangsparameter kommt nicht sehr viel Abwechslung ins
Spiel und lässt auch nur sehr begrenzte strategische Möglichkeiten
zu. Um wirklich Profi zu werden kauft man ein Buch lernt man die paar
Strategien einfach auswenig.

Alles in allem ein langweiliges Spiel, das keinerlei
Langzeitmotivation in sich birgt. Völlig ohne Hintergrundstory will
auch keine richtige Stimmung aufkommen, man ist kaum motiviert den
nächsten Level anzugehen, weil man weder Punkte noch Orden bekommt
und alles gleich aussieht. Es ist gnadenlos schlecht und billig
gemacht und kann mit keinem anderen neuzeitlichen Spiel konkurieren.
Über miese marketing Tricks ist man nachtäglich gezwungen sich
weitere Zusatzprodukte zu kaufen, was einem vorher niemand gesagt
hat. Das einzig wirklich positive ist, daß man keine Batterien
braucht.

Ich kann von Schach wirklich nur abraten!
mfg Gierig
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Spiele Test Schach:
« Antwort #1 am: Januar 08, 2003, 16:25 Nachmittag »
anzumerken sie noch, dass die anzahl der insgesamt verkauften exemplare wohl deutlich über denen aller "neuzeitlichen" spiele liegen dürfte!

Gierig

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« Antwort #2 am: Januar 08, 2003, 20:08 Nachmittag »
was daran liegen mag das die Hardware dafür schon 1000 Jahre alt ist....
mfg Gierig
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« Antwort #3 am: Januar 09, 2003, 22:18 Nachmittag »
außerdem basiert es nicht auf dem achsogeliebten Windows

Rattig

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Spiele Test Schach:
« Antwort #4 am: Januar 10, 2003, 14:13 Nachmittag »
Un dide Grafik ist auch nicht die beste sollten auf eine neuere Engine umstellen um die "besseren" PCs auszulasten und so die Nachfrage zu steigern
Masturbieren ist was für Wichser!